Wie finde ich das passende Vertriebstraining?
von Susannah Mathieson
Die Auswahl an Vertriebstrainings war noch nie so groß wie heute. Doch was zählt wirklich, wenn du mit deinem Team Wirkung erzielen willst?
Ob Virtual Selling, Storytelling, SPIN, Challenger, Verhandlungstechniken, aktives Zuhören, Einwandbehandlung, Social Selling oder Verkaufspsychologie – das Angebot ist riesig. Vom zweitägigen Workshop über wöchentliche Online-Sessions bis hin zum persönlichen Coaching vor Ort: Vertriebstrainings gibt es heute wie Sand am Meer.
Und genau das ist das Problem!
Denn bei all der Auswahl stellt sich nicht die Frage: Was gibt es alles? Sondern vielmehr: Wovon profitiert mein Team wirklich? Was ist hilfreich, um unsere Ziele zu erreichen und was ist zwar gut gemeint, aber wenig wirksam?
In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf die gängigsten Formate und Ansätze. Dabei zeigen wir auf, warum der Fokus nicht auf dem „Was“ liegen sollte, sondern auf dem „Warum“: Warum machen wir das und was bringt uns das gemessen an unseren konkreten Zielen?
Bevor du also überlegst, welches Vertriebstraining du buchen solltest, stelle dir eine andere Frage:
Was wollen wir eigentlich erreichen?
Und: Was hält uns aktuell davon ab?
1. Was ist unser Ziel, und warum sind wir noch nicht da?
Jedes erfolgreiche Vertriebstraining beginnt nicht mit einem Format, sondern mit einer ehrlichen Analyse. Möchtet ihr …
- mehr Abschlüsse erzielen?
- bessere Gespräche mit potenziellen Kunden führen?
- euer Team motivieren und weiterentwickeln?
- einen neuen Markt erschließen?
- mehr Vertrauen bei Entscheidungsträger:innen aufbauen?
Sobald dein Ziel klar ist, kommt die entscheidende Frage: Warum erreichen wir es noch nicht?
Fehlt es an:
- Wissen (z. B. Tools, Techniken, Marktverständnis)?
- Skills (z. B. Fragetechniken, Gesprächsführung)?
- Einstellung (z. B. Mut zur Akquise, Kundenorientierung)?
Oft ist es eine Mischung. Entscheidend ist, die richtige Ursache zu erkennen, bevor du nach Lösungen suchst.
Typische Szenarien:
- „Wir haben Leads, aber keiner ruft sie an.“
→ Mindset & Mut zur Kaltakquise fehlen - „Unsere Abschlussrate ist zu niedrig.“
→ Möglicherweise fehlt Struktur oder Verhandlungskompetenz - „Unser Pitch ist zu technisch.“
→ Mehr Kundenfokus nötig oder die richtige Fragetechnik fehlt
2. Wie finde ich das passende Vertriebstraining?
Die Suche nach dem richtigen Training beginnt also nicht mit einem Katalog, sondern mit einem klaren Verständnis für die eigenen Herausforderungen.
Was ist überhaupt das Problem?
Hier lohnt sich ein ehrlicher Blick auf die aktuelle Situation:
- Fehlt es an Wissen?
Haben alle im Team ein klares Verständnis für den Verkaufsprozess, das Produkt, den Markt? - Fehlen Skills?
Können unsere Mitarbeitenden ein überzeugendes Gespräch führen, aktiv zuhören, Einwände behandeln? - Fehlt Haltung oder Motivation?
Gibt es Zurückhaltung bei der Akquise? Unsicherheit beim Pricing? Frust über Ablehnungen?
➡️ Wenn du das Kernproblem nicht benennst, ist jede Lösung ein Schuss ins Blaue.
Worauf solltest du bei der Auswahl achten?
- Passt das Training zu unserer Branche und unserem Geschäftsmodell?
- Werden reale Gesprächssituationen geübt oder bleibt es rein theoretisch?
- Gibt es Raum für individuelles Feedback und Reflexion?
- Wie wird der Transfer in den Alltag unterstützt? Gibt es Follow-ups, Coachings, Micro-Learnings?
- Gibt es klare Zieldefinitionen und Messgrößen für den Erfolg?
Tipp: Verzichte auf Trainings „von der Stange“. Ein gutes Training fragt zuerst und liefert dann.
3. Training oder Coaching? So findest du den passenden Mix für nachhaltigen Erfolg
Sobald Ziel und Ursachen klar sind, stellt sich die nächste Frage: Was bringt uns konkret weiter: Training oder Coaching? Und: Wie stellen wir sicher, dass unsere Investition auch langfristig Wirkung zeigt?
Der Unterschied:
- Training vermittelt Wissen, Methoden und Tools. Es ist strukturiert, folgt einem klaren Ablauf und eignet sich hervorragend zur Vermittlung von konkreten Skills – z. B. für Gesprächsführung, Abschlusstechniken oder Social Selling.
- Coaching setzt auf Reflexion, individuelle Entwicklung und nachhaltige Verhaltensveränderung. Es ist persönlicher, flexibler und zielt darauf ab, Denk- und Handlungsmuster zu hinterfragen und neue Lösungswege zu entwickeln.
In der Praxis ist oft eine Kombination aus beidem sinnvoll. Denn:
Bereits innerhalb der ersten Woche nach einem reinen Training gehen über 90 % des vermittelten Wissens verloren – ein klares Signal dafür, warum ein Training allein kaum nachhaltig wirkt.
(Quelle: Die Vergessenskurve (Ebbinghaus-Kurve) wurde vom deutschen Psychologen Hermann Ebbinghaus entdeckt und beschreibt, wie schnell neu Gelerntes vergessen wird.)
Deshalb ist klar: Training allein reicht nicht. Ohne kontinuierliche Anwendung, Feedback und Entwicklung verpufft das meiste.
Was passt besser und wann?
Ein paar Leitfragen zur Orientierung helfen bei der Entscheidung:
- Geht es primär um Wissensvermittlung oder um eine Verhaltensveränderung?
- Sind Einzelpersonen betroffen oder ein ganzes Team?
- Brauchen wir eher einen klaren Impuls oder eine langfristige Begleitung?
- Ist das Ziel bereits klar definiert oder müssen wir es im Prozess erst noch gemeinsam entwickeln?
- Und ganz wichtig: Ist das auch eine Chance zur Teamentwicklung?
Wenn Letzteres zutrifft, können gemeinsame Formate zusätzlich dabei helfen, Haltung, Zusammenarbeit und Motivation im Team zu stärken.
Und welches Format?
Seit Corona ist klar: Gutes Vertriebstraining funktioniert auch remote. Doch welches Format ist das richtige?
| Format | Vorteile | Ideal für |
|---|---|---|
| Virtuell | • Hohe Flexibilität: leicht in den Arbeitsalltag integrierbar • Kosteneffizient, da Reisekosten entfallen • Schnelle Skalierbarkeit für größere Gruppen • Möglichkeit zur Aufzeichnung und Wiederholung der Inhalte |
• International verteilte oder remote Teams • Kontinuierliche Lernimpulse in kurzen, fokussierten Sessions • Themen, die stark wissensbasiert oder prozessorientiert sind |
| Präsenz | • Stärkere persönliche Bindung zwischen Trainer:in und Teilnehmer:innen • Intensives Feedback durch Beobachtung von Körpersprache und nonverbaler Kommunikation • Hohe emotionale Wirkung und Teambuilding-Effekt • Lerntransfer durch praktische Rollenspiele und direkte Interaktion |
• Team-Events und Kick-offs mit starkem Kultur- und Motivationsfaktor • Verhaltenstrainings, die viel Übung und Interaktion erfordern • Aufbau von Vertrauen und persönlicher Beziehung im Team |
| Hybrid | • Kombination von Präsenz-Intensität mit digitaler Nachhaltigkeit • Präsenzphasen für Beziehungsaufbau, digitale Module für Vertiefung und Wiederholung • Individuelles Lerntempo und längere Begleitung möglich • Hohe Effektivität durch modulare Lernreise |
• Mehrmonatige Entwicklungsprogramme • Organisationen, die skalieren wollen, ohne auf persönliche Begegnung zu verzichten • Trainings, die Wissen, Verhalten und Haltung gleichermaßen adressieren |
Weitere Entscheidungsfaktoren:
Bei der Wahl der passenden Maßnahme solltest du zusätzlich folgende Fragen berücksichtigen:
- Intern oder extern? Haben wir intern die Ressourcen und Kompetenz, um Training oder Coaching umzusetzen oder holen wir uns gezielt externe Unterstützung?
- Live oder asynchron? Wünschen wir Live-Sessions mit Interaktion, oder setzen wir auf asynchrones Lernen via E-Learning, Lernplattformen oder Micro-Learning? Eine Mischung kann oft sinnvoll sein.
- Was wollen wir wirklich erreichen? Je klarer das Ziel, desto besser lässt sich der passende Mix aus Formaten und Inhalten definieren.
- Welches Budget steht uns zur Verfügung? Gezielte Einzel-Coachings oder umfassende Programme mit Follow-up brauchen andere Mittel als ein einmaliger Workshop. Die entscheidende Frage ist nicht „Was kostet es?“, sondern: Welche Lösung bringt uns am nächsten an unser Ziel?
- Wie stellen wir Nachhaltigkeit sicher? Welche Maßnahmen helfen, Gelerntes dauerhaft zu verankern? Z. B. regelmäßige Follow-ups, interne Praxisgruppen, Lernpfade oder eine Lernplattform.
Beliebte Trainings - und für wen sie sich lohnen
Hier eine Auswahl aktueller Vertriebsformate, die wir bei the small stuff anbieten - inklusive unserer Empfehlung, für wen sie besonders wertvoll sind:
| Training | Für wen? | Darauf kommt’s an | Hilft bei der Zielerreichung von |
|---|---|---|---|
| Social Selling | Vertriebsteams mit LinkedIn-Fokus oder digitalen Kanälen | Echte Beziehungen aufbauen, nicht nur sichtbar sein | Mehr qualifizierte Leads, höhere Interaktionsraten, stärkere Netzwerke |
| Kommunikationspsychologie | Alle, die Wirkung & Wahrnehmung verbessern möchten | Körpersprache, Mimik & Rapport als Grundlage für Vertrauen | Verbesserte Kundengespräche, höhere Abschlussraten |
| The Challenger Sale™ | Sales Professionals, die Kunden zum Umdenken bewegen wollen | Fundierte Einblicke statt Features, Kundenherausforderungen in den Fokus stellen | Mehr Upselling, höhere Abschlussquoten bei komplexen Deals |
| Story Powered Sales™ |
Teams mit erklärungsbedürftigen Produkten oder Dienstleistungen | Echte Cases statt Storytelling-Modelle, Emotion vor Information | Bessere Kundenbindung, kürzere Verkaufszyklen |
| Solution / Consultative Selling | Vertriebsberater:innen & Solution Seller mit beratungsintensiven Produkten | Tiefer analysieren, individueller anbieten, aktives Zuhören & Vertrauen aufbauen durch gezielte Fragetechniken | Erhöhung der Dealgröße, höhere Abschlussquote, verbesserte Kundenloyalität |
| Strategic Account Management | Account Manager:innen mit Key Accounts | Langfristige Strategien, individuelle Kundenpläne & Wachstumspotenziale | Steigerung des Umsatzes pro Key Account, nachhaltige Kundenbindung |
| Einwandbehandlung | Sales Teams mit vielen Einwänden & Widerständen | Die Zwei-Schritt-Technik statt Standardantworten | Sicherer Einwandbehandlung, weniger verlorene Deals |
| Negotiation Skills | Account Manager:innen, Closing-Rollen | Rollenspiele & echte Verhandlungssituationen trainieren | Höhere Vertragswerte, verbesserte Abschlussquoten |
| Virtual Selling | Remote Sales Teams | Tools & Haltung gleichgewichtig trainieren | Effizientere Remote-Meetings, gesteigerte Kundenbindung |
| Coaching für Sales Leader | Vertriebsführungskräfte | Persönlich, vertrauensvoll, auf konkrete Ziele ausgerichtet | Verbesserung der Teamperformance, stärkere Führungskompetenz |
Fazit: Erst verstehen, dann trainieren
Es gibt kein „bestes“ Vertriebscoaching oder -training – nur das, das zu dir und deinem Ziel passt.
- Starte mit Ziel und Diagnose
- Wähle dann das passende Format
- Miss den Erfolg und lerne weiter
Ein guter Anbieter hilft dir nicht nur beim Training, sondern schon bei der Analyse davor. Denn nur wenn wir wissen, was wir verändern wollen, können wir auch entscheiden, wie wir das schaffen.
Lust, dein Vertriebsteam aufs nächste Level zu bringen?
Dann schau gern bei uns vorbei: www.thesmallstuff.de
oder schreib uns direkt – wir finden gemeinsam raus, welches Format zu dir passt.
Über die Autorin
Susie Mathieson ist die Gründerin von the small stuff und arbeitet seit über 20 Jahren in und mit Vertriebsteams. Ihr Fokus auf Motivation im Home-Office war das Thema ihrer Masterarbeit (MBA) im Mai 2020 und ist ein beliebtes Schulungsthema bei den Kunden von the small stuff.
Kommentare
Einen Kommentar schreiben